Streamer und Zuschauer

Streamer und Zuschauer im Livestream: Der fehlende Respekt

Durch meine Recherchen mit LikeGamesNews und vorherigen Projekten verfolge ich schon seit Jahren das Geschehen auf der Streaming Plattform Twitch. Hierbei sind mir fast täglich Vorkommnisse aufgefallen, die entweder gegenüber dem Streamer oder den Zuschauern äußerst respektlos waren. Der gegenseitige Respekt zwischen Streamer und Zuschauer ist das heutige, wichtige Thema.

Streamer und Zuschauer: Die Streamer bieten eine Unterhaltung

Als Zuschauer hat man den großen Vorteil, dass man sich hinter einem Nicknamen verstecken kann. Dies führt allerdings oftmals dazu, dass eine Minderheit sämtliches Schamgefühl und Respekt verliert, in dem sie unsittliche oder beleidigende Kommentare in den Chat des Livestreams schreiben. Die Twitch Verifizierung sollte dahingehend zielführend sein, dass solch ein Verhalten deutlich reduziert wird. Allerdings stehen solche Fälle immer noch an der Tagesordnung.

„Ich finde es schön, wie du deine Achseln rasiert hast“, schrieb am vergangenen Wochenende ein neuer Zuschauer bei einer langjährigen Streamerin auf Twitch. In Sekundenschnelle wurde der Permaban vollzogen.

Häufig kommt auch vor, dass ganze Communities in den Livestream eines Streamers gehen, um diesen dort anzugehen. Immer wieder zu sehen bei GTA oder Rust Roleplay, wenn Zuschauer sich so sehr in den Spielcharakter vertiefen und sich angegriffen fühlen, wenn ein anderer Streamer dem Spielcharakter etwas antut.

Twitch ist wie eine Theaterbühne

Ein Entertainer bzw. Schauspieler bietet eine Unterhaltung an, für die manche Zuschauer zahlen und andere kostenlose Eintrittskarten besitzen. Am Ende der Show verlassen die Zuschauer den Saal und gehen nach Hause, ebenso der Entertainer. Hier frägt allerdings kein Zuschauer die Person auf der Bühne, woher sie kommt und wie sehr man die glattrasierten Achseln gut findet.

Streamer sind Entertainer, sie bestimmen die Regeln im eigenen Livestream, in wie weit ein Zuschauer auch Einblicke in das Privatleben haben darf. Diese Regeln gilt es zu beachten, das sollte sich hier jeder Zuschauer, der den Artikel liest, nochmals verdeutlichen. Generell ist es für Streamer auch hilfreich, wenn eine Community zusammenhält und respektlosen Querulanten keine Chance lässt.

Streamer und Zuschauer: Die Respektlosigkeit gegenüber Zuschauern

Zuschauer sind das Fundament eines jeden Streamers. Ohne sie gäbe es keine Livestreams, ohne Subs, Bits und Donations kein beliebtes Hobby, was zur Selbstständigkeit wird. Streamer wissen oft nicht, welche Menschen hinter den Profilnamen stecken und wie deren private oder finanzielle Lage aussieht. Dennoch sieht man in fast jedem Livestream, dass Zuschauer kräftig in ihre Lieblingsstreamer investieren.

Eigentlich würde jedem Zuschauer pro Streamer ja ein einziger Sub (Abonnement) ausreichen, wofür man im Gegenzug eine Auswahl an Emotes erhält sowie Werbefreiheit. Dennoch lassen sich Zuschauer oft sehr schnell triggern, wenn mal einer damit anfängt eine Subbombe zu werfen (5-100 Subs) oder ein Hypetrain ausgelöst wurde. Allerdings gönnen auch Zuschauer dem Streamer, ohne getriggert zu sein, mal mehrere Subs aus Dankbarkeit für die Unterhaltung. Gerne geben Streamer auch sogenannte Subziele an, was allerdings legitim ist, da sie in der Selbstständigkeit ein gewisses Grundeinkommen pro Monat erwirtschaften müssen.

Je mehr Zuschauer ein Streamer hat, desto größer manchmal eine Subwelle. Gerade wenn ein Content Creator von den Einnahmen Vollzeit leben kann oder sogar Summen verdient, für die viele Zuschauer mehrere Monate arbeiten müssen, fehlt es bei manchen an Respekt. Hier fehlt am Ende ein simples “Dankeschön“. Es ist sicherlich keine Minderheit, die monatlich jeden Cent zählen müssen, aber dennoch gerne viel in ihren Streamer investieren.

Nicht nur Subs, Bits und Donations sichern das monatliche Einkommen eines Content Creators, es sind auch die wesentlichen Faktoren dafür, welche Werbedeals man erhält. Die Werbeindustrie wiederum sieht es genauso auf das Geld der Zuschauer ab, in dem man sie von ihren Produkten überzeugen und zum Kauf animieren möchte. Zusätzlich zu den Subs soll nun in Zukunft auch noch in Produkt investiert werden, alles zum Wohl der Industrie und des Streamers.

Ein “Dankeschön” sollte das Mindeste sein.

Glücksspiele und Alkohol

Ein großes Thema ist zuletzt wieder das Glücksspiel geworden. Mehrere Streamer haben unmoralische Geldangebote bekommen, damit sie die sogenannten „Slots“ in ihren Streams spielen. Es ist mir nicht nachvollziehbar, wie zum Beispiel ein Orangemorange hierdurch sogar einen Anstieg von rund 1.100 auf 7.000 Zuschauer hat, wenn er fast täglich große Summen live verzockt.

Viele Zuschauer kommen aus dem Gamingbereich. Allein hierbei dürfte ein Großteil bereits Spielsüchtig sein, wenn man fast täglich mehr als 2-3 Stunden zockt. Das Risiko ist also sehr groß, dass solche Personen sich durchaus bei Glücksspiel Livestreams animiert finden, auch ein Konto anzulegen. Sprich ein einzelner Streamer kann Ursache dafür sein, dass mehrere hundert Zuschauer der Glücksspielsucht verfallen und ihr hart erspartes Geld verzocken. So etwas ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Allein die Tatsache, dass man 7.000 Zuschauer hat und den Traum erfüllen konnte, sein Hobby zum Beruf zu machen, sollte zum Nachdenken reichen.

Ron B. wirbelte mit Schlagzeilen durch die Medien, als er besoffen im Video eine Person als „Geringverdiener“ betitelte. Immer wieder sieht man, wie größere Streamer und Youtuber ihren Wohlstand in teure Autos oder Alkohol mit Parties verbraten. Hier treffen gleich zwei respektlose Punkte aufeinander. Zum Einen ermutigt man die jungen Zuschauer den Vorbildern mit Alkoholparties nachzueifern, zum Anderen versprüht man tausende Euro mit teurem Champagner vor der Kamera, was man zuvor vielleicht an Subs erhalten hat.

Schlusswort mit Fazit

Manche Streamer sollten sich öfters mal darüber im Bilde sein, weswegen sie aus ihrem Hobby einen Vollzeitberuf ausüben dürfen. Respekt in Form des Bedankens oder auch der öffentliche Umgang mit den Geldern der Zuschauer sollten an der Tagesordnung liegen.

Manche Zuschauer sollten lernen, dass die Plattform Twitch eine Unterhaltung darstellt. Beleidigungen sind hier nicht erwünscht. Sollte man einen Streamer nicht leiden können, hat man mehrere Millionen Möglichkeiten anderen Streamern zuzuschauen. Ebenso ist Twitch kein Tinder, die Streamer suchen hier nicht nach neuen Partnern. Daher gilt es zu 100% die Privatsphäre zu respektieren. Sollte ein Streamer Interesse an einem privaten Kontakt haben, wird dieser selbst auf einen Zuschauer zugehen.

Falls du eigene Erfahrungen gemacht hast oder Anmerkungen abgeben möchtest, gerne unten in den Kommentaren.

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