Das Sema Interview über ihre Twitch Karriere

Sema Interview: “Das Streamen war eigentlich nie mein Plan”

Seit fast sechs Jahren verzaubert die Twitch Streamerin Sema ihre Zuschauer mit sehr gutem Gameplay, einer tollen Stimme sowie enorme positive Austrahlung in Verbindung mit herzhaftem Lachen. Wir freuen uns sehr über das heutige Sema Interview, was wir veröffentlichen dürfen. Hierbei lässt die Content Creatorin uns in die Entwicklungsgeschichte ihrer Selbstständigkeit sowie ihrem Tagesablauf einblicken.

Das Sema Interview

Liebe Sema, herzlichen Dank, dass du am Interview teilnimmst. Erzähl doch bitte den Lesern von LikeGamesNews mal, wer du bist und was du im Internet performst.

Hey! Danke für die Möglichkeit dabei sein zu dürfen! Ich bin Sema und seit 2018 bin ich als Variety Streamerin auf Twitch unterwegs. Während ich als Streaming Content hauptsächlich verschiedene Games spiele, ob AAA-Titel oder Indiegames, RPG oder Survival, versuche ich auf Instagram den Menschen etwas Positivität und Achtsamkeit mit auf den Weg zu geben.

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Die Vermittlung von positiven Wertern und Achtsamkeit ist als Person mit Reichweite eine wichtige und tolle Sache. Im Livestream erlebt man dich immer sehr herzlich und mit einem sympathischen Lachen. Woher kommt diese positive Energie, bist du als Kind bereits mit dieser Art und Einstellung aufgewachsen?

Ja und nein. Meine Kindheit war nicht unbedingt die schönste, aber, obwohl wir nicht viel hatten und durch viele Schicksalsschläge mussten, war meine Mama eine absolute Frohnatur und hat uns immer gesagt, dass es wichtig ist, die kleinsten Dinge im Leben zu schätzen. Dass es wichtig ist auch negative Gefühle zuzulassen, traurig zu sein, aber auch dass man sich im Kopf im Klaren sein muss, dass es immer einen Weg gibt. Während meiner Teenagerzeit hat mir gerade das sehr geholfen, nie den Kopf hängenzulassen, egal, wie schlimm die Phase im Leben war, durch die man durch musste.

Ich habe in der Zeit auch angefangen mich viel mit Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen und mache das nun auch schon seit fast 10 Jahren. Dennoch habe auch ich mal Wochen, in denen es mir wirklich schlecht geht. Und das ist absolut okay! Ich weiß, dass ich auch mal keine gute Laune haben darf, auch das kommuniziere ich öffentlich, aber aufgeben oder sich darin verlieren, ist für mich nie eine Option. Mir ist es nun wichtig, dass ich diese Einstellung und Gefühle weitergeben kann, vor allem da ich weiß, wie schwer und unfair das Leben spielen kann.

Der Weg zur Content Creatorin

Von einer teilweisen schwierigen Kindheit zum Streamen. Wie entstand dieser Weg? Auf der Plattform Twitch als Content Creatorin aktiv zu sein, bedeutet oftmals auch ein dickes Fell haben zu müssen. Wie hast du gelernt damit umzugehen?

Das Streamen war eigentlich nie mein Plan. Ich hatte nie etwa mit Twitch zu tun oder etwas, das in Richtung Content Creation geht. Mit Gaming bin ich zwar aufgewachsen, aber es hatte nie Priorität in meinem Leben. Ich war mehr auf Schule und danach meine Arbeit fixiert, in der ich immer 110% geben wollte. 2016 hatte sich das etwas verändert, als Overwatch spielbar wurde. Dieses Spiel habe ich mit meinem Freund zusammen begonnen und mein Ehrgeiz wollte in diesem Spiel mehr erreichen, als nur ein wenig Gedaddel. Dadurch bin ich auf Twitch aufmerksam geworden und in die amerikanische Overwatch Bubble gerutscht. Wir haben zusammen als Team trainiert und wollten besser werden. Zu der Zeit gab es noch kein Discord Streaming, weshalb dann ein befreundeter Streamer meinte, ich könnte einfach auf Twitch mein Gameplay streamen, damit wir zusammen an Fehlern arbeiten können. Und so hat es dann begonnen.

Es sind auch andere Menschen in den Stream dazu gekommen, es hat ihnen gefallen und sie sind geblieben – und das alles, obwohl ich auf Englisch gestreamt habe. Es war ein komplett neues Erlebnis und hat bei mir dafür gesorgt, dass ich das Streaming und die Community, die sich aufgebaut hat, immer mehr zu schätzen gelernt habe und bin dann dabei geblieben. 

Und ja, ein dickes Fell zu haben ist mehr als nur wichtig. Es gibt Menschen im Internet, deren Ziel es ist, dich fertig zu machen und psychisch ans Ende zu bringen. Auf solche Menschen bin ich recht früh gestoßen und war auch etwas überfordert. Aber ich hatte ein großartiges Modteam an meiner Seite, die das alles schon länger kannten, die mir zur Seite standen. Mir war noch nie wichtig, was andere Menschen von mir denken – schon gar nicht, was eine anonyme Person im Internet zu sagen hat. Mir ist die Meinung meiner Familie und Freunde wichtig, Menschen, denen ich vertraue, aber nicht von Trolls. Selbstverständlich beschäftigen einen manche Aussagen mehr als andere, das ist menschlich, aber ich habe das nie weiter an mich ran gelassen. Für extreme Ausschreitungen wie Stalking, Mobbing, Hassrede, etc. gibt es zum Glück auch diverse Möglichkeiten, um dagegen vorzugehen. 

Was aber auf jeden Fall immer hilft und ich jedem nur raten kann: sucht euch Personen, denen ihr vertraut, mit denen ihr über soetwas reden könnt. Das ist wichtig und tut gut.

Sema Interview: “Ich streame ungefähr 200-220h im Monat…”

Das ist ja mal ein außergewöhnlicher, spannender Werdegang. Genauso wie es Trolle gibt, so findet man immer wieder Zuschauer, die den Glauben haben, dass “Streamen” ja nur am PC sitzen und sein Lieblingsspiel daddeln ist. Wie umfangreich sieht denn deine Arbeitswoche aus, auch Offstream mit all den Vorbereitungen und Planungen?

Vor allem in der Selbstständigkeit ist es wichtig, nicht 24/7 zu arbeiten, sondern sich wirklich Zeit für sich selbst zu nehmen. Ich streame ungefähr 200-220h im Monat, mal mehr, mal weniger. Off Stream verbringe ich auch täglich 2-3 Stunden an Planung, Calls, Verwaltung von Community Servern, Contentplanung.  Mein Tagesablauf ist jedoch etwas ungewöhnlich. Ich stehe fast täglich gegen 4 Uhr morgens auf, erledige meinen Teil im Haushalt, mache Sport, bereite das Frühstück für meinen Mann vor und bin dann, gegen 7 Uhr am PC und bereite alles für den Stream vor. 

Danach bin ich meist noch 1-2 Stunden am Rechner, um Clips herauszusuchen für andere Social-Media-Kanäle. Wichtig ist mir aber, dass ich abends immer noch mindestens eine Stunde Quality Time mit meinem Freund, und natürlich unseren beiden Katze, habe.  Wir haben auch 1x die Woche ein “Date” zusammen. Da wir beide viel arbeiten, haben wir uns dafür tatsächlich einen Tag fest eingeplant. 

Für mich persönlich sind feste Routinen wichtig, um alles unter einen Hut zu bekommen und genug Zeit für mich zu haben, um zu entspannen, genießen und auch mal draußen das Gras anzufassen, immerhin sitze ich täglich zwischen 10 und 12 Stunden vor dem PC.

“In 10 Jahren hoffentlich immer noch als Content Creator…”

Das hört sich strukturiert aber auch sehr arbeitsintensiv an. Jede Community wird durch die Art des Content Creators und dessen Werte geformt. Was findest du an deinen Zuschauern besonders und was erwartet hierbei einen Leser, der neu in deinem Livestream auftaucht?

Sema Twitch Interview

Der Altersdurchschnitt meiner Community ist so um die 40-45 Jahre, was auf Twitch eher ungewöhnlich ist, ich jedoch unglaublich schätze. Denn deshalb ist es uns möglich über viele Themen zu sprechen, vor allem auch tiefgründigere Gespräche zu führen, wo sich alle Parteien respektvoll gegenübertreten, niemand beleidigt ist, weil jemand anderes eine andere Ansicht vertritt, sondern einfach ein sachlicher Austausch stattfinden kann.

Vor allem versteht meine Community auch, wie wichtig es ist Pausen zu nehmen – so kann ich beruhigt auch mal mehr Tage nicht online sein und weiß, dass dies respektiert wird. Was wir auch immer wieder von neuen Zuschauern gesagt bekommen ist, dass man sich hier schnell integriert fühlt und nicht als “der Neuling”. Bei uns werden alle herzlichst aufgenommen, solange sie sich an die Regeln halten können. Wir versuchen eine Wohlfühloase zu erschaffen, die es Menschen ermöglicht auch mal aus ihrem Alltag zu entfliehen. Und das gelingt meiner Community unglaublich gut.

In welchem Job würde man dich heute vorfinden, wenn es mit der Twitch Karriere nicht geklappt hätte und wie sehr macht dir die Arbeit als Content Creator Spaß? Wo siehst du dich in 10 Jahren, sofern du an deine Zukunft denkst?

Ich wäre vermutlich weiterhin im Marketing Management unterwegs. Ich mochte meinen Job davor sehr, auch wenn er mich viele Nerven gekostet hat. Aber ich war gut in meiner Arbeit und das war schön. Als Content Creator aktiv zu sein, ist aber einfach etwas anderes. Dadurch, dass man einfach alles selbst bestimmt, kann man seine Kreativität völlig ausleben. Missen möchte ich das nicht mehr.

In 10 Jahren sehe ich mich, hoffentlich, immer noch als Content Creator. Aber das soll es nicht gewesen sein. Ich möchte mehr erreichen und keinen Stillstand in meinem Leben. Ich überlege aktuell noch einmal zu studieren und in Richtung Game Development oder ins direkte Marketing dafür. Des Weiteren steht noch eine Synchronsprechausbildung auf dem Plan sowie ein Lehrgang als zertifizierter Achtsamkeitscoach. Das sind so meine Ziele für die nächsten 10-15 Jahre.

Sema Interview: Die Pläne für die kommenden Wochen

Das sind sehr schöne und spannende Ziele. Kommen wir gegen Ende nochmals auf deinen Content. Hast du für die kommenden Wochen Pläne, die du an dieser Stelle verraten oder zumindest andeuten kannst- auf was kann man gespannt sein?

Der Oktober ist voller Spielerelease! Wir werden uns definitiv Alan Wake 1 und 2 anschauen. Auch das neue Spiderman steht auf der Liste, sowie Lords Of the Fallen und AC: Mirage. Worauf ich mich noch besonders freue, und ich denke, dass wir dazu 12 Stunden Streams machen werden, wird das neue Add On von New World sein, dass nun Reittiere mit ins Spiel bringt und vieles mehr. Also es bleibt auf jeden Fall spannend.

Vielen lieben Dank Sema für den interessanten Einblick in dein Leben und den Arbeitsalltag. Die letzten Worte gehören dir. Was möchtest du gerne den Lesern gerne mitteilen?

Egal, wie festgefahren man sich im Leben fühlt, sei es mit der Arbeit oder privat, es gibt immer einen Weg. Leicht wird es zwar auf keinen Fall, aber wenn man dran bleibt, immer weiter macht, sich auf das Hier und Jetzt fokussiert, wird man irgendwann da ankommen, wo man hin möchte. Es gibt nicht dieses “eine große Ziel”, sondern immer nur viele weitere Ziele. Step by Step ist wichtig.  Im Leben, im Beruf, auf Twitch als Hobby oder sogar im Gaming. Du gehst auch hier immer von Quest zu Quest und schreitest so langsam an dein Finale. Ebenso rennst Du nicht einfach durch und bist dann da. Du kämpfst gegen harte Bosse, wirst fallen, aber auch wieder aufstehen. Und ja, auch Speedrunner mussten da anfangs durch. Also bleib immer am Ball!

Links zum Sema Interview

Falls du durch das Sema Interview neugierig auf die sympathische Streamerin geworden bist, findest du nachfolgend alle ihre Links. Schau gerne mal vorbei und hinterlasse bei Gefallen einen Follow:

Twitch37.222 FollowerLink
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Twitter9.026 FollowerLink
TikTok2.361 FollowerLink
Sema Statistiken vom 02.10.2023

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